„Führen heißt gestalten“
12.10.2026 |
„Kirche im Mentoring“ wird im neuen Jahrgang international
Augsburg. Im elften Jahrgang von „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“, der in diesen Tagen gestartet ist, sind unter den 30 Tandems erstmals vier Mentoring- Paare aus der Schweiz. Am Mentoring, das der Hildegardis-Verein e.V. in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz durchführt, beteiligen sich insgesamt zwölf (Erz-)Bistümer, drei Diözesancaritasverbände, der Deutsche Caritasverband, zwei Wissenschafts-Institutionen und ein Hilfswerk. In Augsburg fand vom 06. bis 08. Oktober 2026 das dreitägige Auftaktseminar statt, das eine einjährige Mentoring-Phase einläutet.
Sr. Dr.in Katharina Ganz OSF, langjährige Generaloberin der Franziskanerinnen von Oberzell und designierte Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, sprach mit den Teilnehmenden über Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche: „Führen heißt Gestalten. Das bedeutet für mich, an einflussreicher Stelle Entscheidendes bewirken zu können – was den Menschen dient und die Organisation voranbringt.“
Während des Seminars fanden sich die Mentees und ihre Mentorinnen und Mentoren auch zu einem ersten, konstituierenden Tandem-Gespräch zusammen – dem im Laufe der nächsten Monate weitere folgen werden. „Die 30 Tandems werden sich im Laufe des Mentoring-Jahres bis zu zwölfmal zu inhaltlich individuell ausgerichteten Gesprächen in einem vertraulichen Rahmen treffen“, erläutert Projektleiterin Louisa Harlow. „Die Gesprächsthemen sind dabei vielfältig: Sie reichen von der Unterstützung bei der persönlichen Karriereplanung über die Vereinbarkeit von Beruf und Care-Arbeit bis hin zur Reflexion des eigenen Führungshandelns.“
Erstmals entsenden in diesem Jahr folgende Institutionen Tandems ins Mentoring: die schweizerischen Bistümer Basel und St. Gallen, der Kindergarten-Träger St. Simpert, die Caritas in der Erzdiözese München und Freising, der Deutsche Caritasverband sowie das Forum katholischer Theologinnen AGENDA und der Katholisch-Theologische Fakultätentag (KThF), die in gemeinsamer Trägerschaft erstmals ein Wissenschafts-Tandem entsenden. Dieses Wissenschafts-Tandem wird durch den Ralf-Dohle-Gedächtnisfonds ermöglicht. In bewährter Zusammenarbeit nehmen die (Erz-)Bistümer Augsburg, Berlin, Freiburg, Fulda, Köln, Mainz, München und Freising, Münster, Osnabrück, Paderborn, die Diözesancaritasverbände Köln und Freiburg und das Hilfswerk missio Aachen am Mentoring teil.
Die Teilnahme der schweizerischen Tandems ist für den Hildegardis-Verein e.V. ein wichtiger Schritt der modellhaften Vernetzung und internationalen Ausweitung des Programms. Auch die schweizerischen Partnerinnen freuen sich auf das Mentoring-Jahr: „Es ist für uns eine großartige Chance, in das Programm einzusteigen, das in Deutschland schon so lange etabliert ist und Wirkung zeigt. ‚Kirche im Mentoring‘ fördert Frauen und ihre Leitungskompetenzen und macht ihre Potenziale auch nach außen sichtbar. Das möchten wir für unsere Seelsorgerinnen auch ermöglichen“, so Donata Tassone-Mantellini, Personalverantwortliche im Bistum Basel. Von der Pilot-Teilnahme erwartet Tassone-Mantellini, die die schweizerischen Tandems koordiniert und begleitet, wichtige Erfahrungen für eine geschlechtergerechte Kirchenentwicklung in der Schweiz.
Auch die Möglichkeit des Cross-Mentorings wird in dieser Gruppe genutzt, bei dem Mentee sowie Mentorin und Mentor aus unterschiedlichen Institutionen kommen. Dies ist vor allem dann ein hilfreiches Instrument, um zu verhindern, dass Nachwuchs(führungs-)kraft und Führungskraft in einem Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen. Im neuen Jahrgang sind ein Drittel der Tandems solche Cross-Tandems.
„Ich freue mich, dass wir mit dem Mentoring einen Erprobungs- und Reflexionsraum für werteorientierte Führung anbieten können. Für viele anstehende Entscheidungen in Zeiten des gesellschaftlichen und kirchlichen Umbruchs braucht es einen verlässlichen Kompass. Uns ist es ein Anliegen, dass diejenigen, die Verantwortung übernehmen, hierfür gut vorbereitet sind und begleitet werden “, so Birgit Mock, Geschäftsführerin des Hildegardis-Vereins. Das von der Deutschen Gesellschaft für Mentoring e.V. zertifizierte Mentoring des Hildegardis-Vereins für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche ist das erste und weltweit einzige seiner Art.
Allgemeine Information zu „Kirche im Mentoring“
Das Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ wird seit 2015 vom Hildegar- dis-Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz durchgeführt und vom Bonifatiuswerk für die Teilnahme von Bistümern in Diaspora-Regionen unterstützt. Seit seinem Start wurden insgesamt 260 Frauen aus 20 (Erz-)Bistümern, acht (Diözesan-)Caritasverbänden, sechs katholischen Hilfswerken sowie dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken in ihrer Karriere in der katholischen Kirche gefördert.
(Kirche im Mentoring - Frauen steigen auf)
