Freiburg/Oberachern. „Ich möchte für die Menschen vor Ort da sein und da sehe ich mich auch“, sagt Bernd Müller aus Oberachern. Gemeinsam mit fünf weiteren Männern wird er am Sonntag (23.11., 10.00 Uhr) von Weihbischof Dr. Peter Birkhofer in einem festlichen Gottesdienst im Freiburger Münster zum Ständigen Diakon geweiht. „Ständig“ bedeutet, dass Bernd Müller immer Diakon bleiben wird und nicht zu einem späteren Zeitpunkt die Priesterweihe empfängt. Der Gottesdienst wird im Internet auf www.ebfr.de/livestream übertragen.
Beruf und Glaube – Hand in Hand
Bernd Müller ist seit dem 1. Oktober 2025 stellvertretender Pfarreiökonom der neuen Pfarrei Acher-Renchtal und arbeitete davor als Verwaltungsbeauftragter für drei Kirchengemeinden (Oberkirch, Renchen und Oberes Renchtal). Nach einer Ausbildung zum technischen Zeichner und einer Weiterbildung zum staatlich anerkannten Techniker war er über 20 Jahre in dem Bereich Planung und Bauleitung tätig. Seit 2019 arbeitet er im kirchlichen Dienst. „Ich konnte meinen Glauben schon immer mit meinem Beruf verbinden. Es geht um die Menschen, die man in seinem Beruf begleitet. Christ sein im Alltag – es klappt nicht immer, aber der Vorsatz ist da, christlich auch im Alltag gegenüber meinen Mitmenschen zu handeln und zu wirken“, betont Müller.
Schwerpunkte als Diakon
Seine Entscheidung, Diakon zu werden, begründet er so: „Das Diakonat ist in meinem Fall keine Weihe auf dem Weg zum Priester hin, sondern ein Weg ins ständige Diakonat im Nebenberuf.“ Er möchte insbesondere in den Bereichen Trauerpastoral, Hospizbegleitung und im Kontakt zur örtlichen Caritas tätig sein. „Gerade in Zeiten der Umstrukturierung unserer Pfarrei 2030 möchte ich für meine Kirche auch ein Gesicht vor Ort sein.“
Sein theologischer Ansatz ist geprägt von Aufmerksamkeit und Mitmenschlichkeit: „Unser Glaube hat so viele bereichernde Facetten. Ich versuche, Gott im Gebet und in den Gottesdiensten zu finden. Vor allem aber auch bei den Menschen. Ich möchte lernen, noch mehr zu sehen, mehr zu hören und hinzuhören auf das, was Gott mir sagen und zeigen möchte – wo mein Weg hingeht! Gott in allem und jeder und jedem zu sehen. Im Alltag und im Tun für die Menschen aus dem Glauben heraus da zu sein. Wie gesagt, ein Ziel und ein Weg, auf dem ich weitergehen möchte.“
Glaube als Lebensgrundlage
Für Müller ist der Glaube zentrale Lebensgrundlage: „Das Leben aus dem Glauben heraus, die Nachfolge Jesu als Christ gibt mir Sinn und Zuversicht. Glaube gibt mir Kraft auch in Momenten, in denen ich am Zweifeln bin oder ich in Lebenssituationen stehe, die mich herausfordern.“ Auf die Frage, wie er seinen Glauben bisher gelebt habe, antwortet er: „Ich denke, den Glauben an Jesus Christus zu leben, ist eine tagtäglich neue Entscheidung und neue Herausforderung. Ein Ja sagen, auch wenn es mal unbequem wird, ist nicht immer einfach – zumindest nicht für mich. Allerdings merke ich auch, dass es wichtig ist, den Glauben in der Gemeinschaft zu leben und zu teilen. Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.“
Seine Motivation fasst er so zusammen: „Dass wir unseren Glauben nicht nur als abstraktes Konstrukt in unserer Gesellschaft sehen. Dass wir unseren Glauben miteinander leben und dadurch auch erleben. Nicht nur an den Gottesdiensten und Feiertagen. Nein, auch im Alltag geht es darum, den Glauben an Jesus Christus, den Umgang damit und den Austausch darüber wieder ‚hoffähig‘ zu machen. Ich denke, wir haben oft verlernt, uns in unserer Gesellschaft über unseren Glauben offen auch im Alltag auszutauschen. Viele Menschen sind auf der Suche nach Sinn und Glaube in ihrem Leben. Vielleicht kann auch ich mit Gottes Hilfe durch mein Tun, einen kleinen Teil dazu beitragen!“
Mehr Infos zum Ständigen Diakonat: www.ipb-freiburg.de/staendigerdiakon.
(cvl/kas)
