„Wir haben den Auftrag, die Welt zum Guten zu verändern“
25.12.2025 |
Erzbischof Stephan Burger zu Weihnachten
Freiburg. In seiner diesjährigen Predigt zu Weihnachten (25.12.) hat Erzbischof Stephan Burger dazu aufgerufen, die christliche Friedensbotschaft als tätigen Auftrag inmitten einer von Krisen und Gewalt geprägten Welt zu begreifen. Angesichts der „Trümmerlandschaften“ in aktuellen Konfliktgebieten wie dem Gaza-Streifen, der Ukraine oder Syrien sei deutlich: Gott werde gerade auch in die Orte der Hoffnungslosigkeit, Ausgrenzung und Not hineingeboren, sagte der Erzbischof.
Kein Trümmerhaufen ist zu mächtig für Gottes Liebe
Erzbischof Burger schlug eine Brücke von der biblischen Verheißung des Propheten Jesaja zu den heutigen Brennpunkten: Die Bilder zerstörter Infrastruktur und zerschossener Wohngebäude ließen viele fragen, wie Freude und Hoffnung angesichts der umgebenden Hoffnungslosigkeit möglich seien. Doch Gott lasse sich nicht abschrecken, in diese Welt zu kommen – kein Trümmerhaufen sei zu mächtig für seine Liebe. „Christus setzt in die von Menschen gemachten Trümmerlandschaften, er setzt in die Katastrophen dieser Welt einfach sich selbst hinein, sein Licht, seine Liebe“, so der Erzbischof. Dieses Angebot Gottes sei unverbrüchlich und entziehe sich menschlichen Maßstäben von Rationalität. Gottes Antwort auf Gewalt, Angst und Überforderung sei nicht Vergeltung, sondern die Kraft der Liebe, die im wehrlosen Kind sichtbar werde. In dieser Logik liege ein „Gerechtigkeitsprinzip“, das im Verzeihen und Versöhnen verankert sei.
In seiner Predigt mahnte der Erzbischof zudem, dass die Antwort auf das Weihnachtsereignis eine konkrete Veränderung der eigenen inneren Haltung erfordere. Als „Kinder Gottes“ hätten die Gläubigen den Auftrag, die Welt zum Guten hin zu verändern. Dies müsse sich im Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und im Respekt vor jedem Nächsten zeigen, unabhängig von dessen Ethnie, Religion oder Weltanschauung. Auch die Achtung vor dem Leben von der Empfängnis bis zum Tod sowie die Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung nannte der Erzbischof als zentrale Bestandteile dieses Auftrags.
Hoffnung als Nahrungsquelle
Bereits in der Christmette am Vorabend hatte Burger das Bild von Bethlehem - hebräisch für „Haus des Brotes“ - aufgegriffen und betont, dass der Mensch neben materiellen Hilfsgütern vor allem die „Nahrungsquelle“ der Hoffnung brauche, um die existentiellen Bedrohungen der Gegenwart zu bestehen. Er warnte in diesem Zusammenhang vor einer fragiler werdenden Gesellschaft, in der Antisemitismus und völkisch-nationales Denken wieder zu wuchern beginnen. Entgegen ausschließendem und feindseligem Denken sei Weihnachten die Zusage, dass Gott das Elend der Menschen mit seinem Licht und seiner unendlichen Liebe ganz durchdringen wolle.
Abschließend ermutigte Erzbischof Burger die Gläubigen, das göttliche Geschenk der Menschwerdung anzunehmen und daraus Kraft für ein Miteinander ohne Hass und Argwohn zu schöpfen. „Als Kinder Gottes haben wir einen Auftrag“, so der Erzbischof, „nämlich die Welt zum Guten hin zu verändern und zu prägen“. In diesem Sinne wünschte er allen Menschen im Erzbistum ein gesegnetes Weihnachtsfest 2025.
Musikalisch mitgestaltet wurde die Christmette (24.12.) durch die Freiburger Domsingknaben, die Mädchenkantorei am Freiburger Münster sowie Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Freiburg und Domorganist Prof. Matthias Maierhofer (Orgel). Das Pontifikalamt zu Weihnachten (25.12.) wurde musikalisch mitgestaltet durch den Freiburger Domchor, die Freiburger Domkapelle, Vokalsolisten sowie Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Freiburg und Domorganist Prof. Matthias Maierhofer (Orgel).
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