Freiburg. Den jungen heiligen Carlo Acutis (1991 – 2006) hat Erzbischof Stephan Burger in seiner Predigt zur Chrisammesse am Montag (30.03.) in den Mittelpunkt gerückt – und damit ganz bewusst junge Gläubige angesprochen. Während der Liturgie weihte der Erzbischof die drei Heiligen Öle, die im Laufe des kommenden Jahres im ganzen Erzbistum Freiburg (Taufen, Firmungen, Weihen) verwendet werden.
Der römisch-katholisch und computeraffine italienische Jugendliche Carlo Acutis starb im Jahr 2006 an Leukämie, wurde 2020 selig- und im September vergangenen Jahres heiliggesprochen. Papst Franziskus sprach dem Jungen den „heroischen Tugendgrad“ zu. Als Wunder wurde 2019 anerkannt, dass ein brasilianischer Junge im Jahr 2010 durch eine Reliquie Carlos‘ auf wunderbare Weise geheilt wurde, nachdem der Genesene sie berührt hatte. Es habe kritische Stimmen zur Selig- und Heiligsprechung gegeben, sagte Erzbischof Burger. Doch das Leben von Carlo Acutis zeige, was es heißt, als junger Mensch eine Beziehung zu Gott aufzubauen, zu Jesus Christus – „und diese Beziehung auch bewusst und intensiv zu leben“.
Empfang der Sakramente
Erzbischof Burger bezog sich aufs Evangelium, wonach Jesus gesandt ist, um den Armen die frohe Botschaft zu bringen und diejenigen zu heilen, deren Herz – aus welchen Gründen auch immer – gebrochen ist: „Er verkündet die Befreiung von Gefangenen und Gefesselten. Er tröstet die Trauernden. Er bringt Freude. Er macht Mut für das Leben an sich. – Heute hat sich dieses Schriftwort erfüllt.“ Das heiße: „Das alles will sich an uns erfüllen, die wir uns mit Jesus verbunden wissen, die wir in seiner Gemeinschaft stehen. Und diese Gemeinschaft erfahren wir insbesondere in der Spendung beziehungsweise im Empfang der Sakramente.“
In seiner Predigt verwies Erzbischof Burger auf die Sakramente, die mit einer Öl-Salbung verbunden sind. Hier wirke Jesus: bei der Krankensalbung, bei der Firmung, bei der Taufe. Ebenso habe die Chrisam-Salbung bei der Priester- und Bischofsweihe ihre weitere Bedeutung. Auch Gegenstände würden mit Chrisam gesalbt: Gotteshäuser, Altare, Glocken und Kelche.
Dass die Sakramente bis auf den heutigen Tag empfangen werden können, liege auch daran, dass Jesus beim letzten Abendmahl das Priestertum eingesetzt und die Apostel dazu bevollmächtigt habe. Daher dankte der Erzbischof allen Priestern, die diese Sakramente spenden. „Daran hat sich ja auch bei aller Neustrukturierung der Pfarreien nichts geändert.“ Im Auftrag Jesu unterwegs zu sein, die Menschen zu einem Leben aus dem Glauben anzuleiten, die Botschaft Jesu zu verkünden und in der Gemeinschaft mit Christus das Leben anderer wie auch das eigene zu heiligen – und dazu dienen die Sakramente – dieser Auftrag gelte nach wie vor. „Dieser Auftrag ist der gleiche geblieben all die Zeiten hindurch.“
Musikalisch mitgestaltet wurde das Pontifikalamt zur Feier der Chrisammesse durch die Mädchenkantorei am Freiburger Münster, die Kantorenschola am Freiburger Münster und eine Combo.
Heilige Öle sind Urelemente christlicher Liturgie
Bereits seit der Zeit der Apostel ist das Öl neben Wasser, Wein und Brot Urelement christlicher Liturgie. Unterschieden werden „oleum infirmorum“ (Krankenöl für die Krankensalbung), „sanctum chrisma“ (Chrisam für Taufe, Firmung, Priester- und Bischofsweise sowie Kirch-, Altar- und Glockenweihe) und „oleum catechumenorum“ (Katechumenenöl).
Die Kar- und Ostertage werden aus dem Freiburger Münster als Livestream übertragen: Weitere Informationen und genaue Termine auf www.ebfr.de/livestream.
(mf)










































































